30.09.2018 Cascais

Gleich nach Sonnenaufgang legen wir ab und los geht es nach Cascais. Die Fahrt ist ein Fischerfähnchen-Slalom . Bei tiefstehender Sonne sind die Fähnchen bei der Welle sehr schlecht zu erkennen. Getoppt wird das von Fischerfähnchen ohne Fähnchen (hier gibt es nur ein Stückchen Styropor oder einen blauen Kanister.)

Kurz vor Cascais dreht der Wind auf mehr als 25 Knoten auf. In schneller Fahrt geht es zur Hafeneinfahrt und an den Gästesteg zur Anmeldung. Endlich stehe ich an der Anmeldung und muss dann hören, dass es leider keinen freien Liegeplatz mehr gibt. Deshalb war der Ankerplatz in Hafennähe so voll. Aber Gott sei Dank gibt es überhaupt einen Ankerplatz.

Kurz vor Sonnenuntergang fällt unser Anker auf 10 m Wassertiefe.

Am nächsten Morgen telefonieren wir alle Marinas in der Nähe von Lissabon ab - vergebens, alle Häfen sind voll und haben keinen Liegeplatz für uns. Also wird das erste Mal auf diesem Törn das Schlauchboot ausgepackt. Der Wind, der noch über Nacht im RIgg geheult hat ist weg, deshalb bleibt der Außenborder noch verpackt und Klaus paddelt uns an den Steg der Tankstelle der Marina Cascais. Wir wollen zum Yachtausrüster.

Der Weg ist weit. (Unser Boot ist mit dem Strich gekennzeichnet.) Wir kaufen ein und bekommen sogar die Seekarten für Madeira und die Kanaren.

Wir verbringen den Abend im Cockpit und hören die Musik vom Strand.

Am nächsten Tag hat der Wind zugelegt. Da reicht paddeln nicht mehr aus, um an Land zu kommen. Der Außenborder wird ausgepackt und eine Talje wird angebracht um den Außenborder auf das Schlauchboot zu bringen. Bei der Aktion "verbiege" ich mir irgendwie den Rücken.

Oh Wunder, der Außenborder springt an. Lob an Klaus, der das gute Stück im Winter überholt hat. Zum Testen fährt er einmal um das Boot und dann darf ich auch einsteigen. Wir erreichen den Anleger an der Marina. Dort lädt gerade ein anderer Ankerlieger Vorräte in sein Schlauchboot, die vom hiesigen Supermarkt angeliefert wurden. Toll - das möchte ich auch.

Erst einmal habe ich die Idee, dass Klaus versucht, in der Rezeption die Damen davon zu überzeugen, dass für uns ein Liegeplatz frei ist. Ich hatte das am Morgen schon per Telefon und E-Mail erfolglos versucht. Nach einiger Zeit kommt ein strahlender Klaus. Wir bekommen einen Liegeplatz, wenn wir innerhalb einer Stunde mit dem Boot am Gästeanleger sind.

Jetzt bricht Hektik aus. Schnell zum Boot zurück und Anker auf. Wir machen am Gästeanleger fest und gehen beide zusammen mit unseren Papieren zum Einchecken. Dann ein neuer Schock. Unsere Versicherungspolice endet am 1.10. und heute ist der 2.10. Das wurde an der Rezeption sofort festgestellt. Einchecken nur mit gültigen Versicherungsunterlagen. Ich rufe bei unserem Versicherungsmarkler an, der innerhalb kürzester Zeit die neuen Unterlagen organisiert und per E-Mail zuschickt. Wir können einchecken ...

03.10.2018 Lissabon

Wir fahren mit der Metro nach Lissabon.

Von Innen sieht die Bahn viel besser aus.

Klaus hat sich die Adressen von einigen Schiffsausrüstern herausgesucht, die wir nun besuchen wollen. Unser Weg führt uns am Tejo entlang.

In der Nähe der Brücke essen wir in einem Restaurant etwas zu Mittag.

Der Lärm von der Brücke ist kaum auszuhalten.

Abends machen wir noch einen Großeinkauf beim Supermarkt, der am nächsten Tag zum Boot geliefert wird.

Cascais hat eine quirlige Altstadt mit vielen Restaurants und vielen Touristen. Zurzeit gibt es eine Unterhaltung der besonderen Art. Es wird Werbung für das portugisische Militär gemacht. Alle Waffengattungen sind vertreten. Über der Bucht werden z. B. Hubschraubereinsätze gezeigt.

Eine Militärbigband macht gute Musik. Aber es für mich gewöhnungsbedürftig, wenn die Sänger in Uniform swingen.

Wir verbringen einen netten Abend mit der Crew der YOKO an Bord.

Am nächsten Morgen wollten wir das Schlauchboot reinigen und wegpacken - und dann der Schock: Ein großer Teil des Bodens hat sich abgelöst!!!

Dieses Schlauchboot ist hin und nicht mehr zu retten! Es ist mir ein Rätsel, wieso wir nicht zusammen mit dem Außenborder untergegangen sind!

Wir versuchen bei einem Anbieter im Hafen ein Angebot für ein neues Zodiak Boot zu bekommen. Aber das Modell, das wir gerne haben möchten, ist nicht am Lager und auch nicht kurzfristig zu beschaffen. Klaus will unbedingt weiter. Für Notfälle haben wir ein zweites Schlauchboot an Bord.

Der Wind passt leider immer noch nicht für Madeira, aber wir können ebenso gut noch ein Stück die Küste Richtung Süden fahren ...