24.09.2018 Figueira da Foz

Der Tag begann damit, dass sich Klaus den Kopf aufschlug. Das hätte uns eigentlich schon nachdenklich machen sollen ...

Es ist nicht der übliche Nebel, man kann ein wenig mehr (oder Meer) sehen. Wir legen kurz nach 9:00 Uhr ab. Meine Uhr habe ich immer noch auf deutscher Zeit stehen. In Portugal ist es also erst 8:00 Uhr.

Unser Ziel wollten wir unterwegs festlegen. Entweder im Ria de Aveiro ankern oder über Nacht weiter bis kurz vor Lissabon fahren. Wir setzen an der Hafeneinfahrt das Groß. Zum Segeln reicht der Wind nicht. Er kommt ziemlich genau von hinten und damit das Segel in der Welle nicht immer so schlägt, kreuzen wir vor dem WInd.

Gerade als wir der Meinung waren, dass der Wind zum Segeln ausreicht, tut es einen Schlag. Ein Block am Traveller ist gebrochen. Also bergen wir das Großsegel und setzen das Besansegel.

Kurz nach dem Mittag sind wir vor der Einfahrt des Ria de Aveiro - reinfahren und ankern oder weiterfahren ist die Frage. Vielleicht schaffen wir es vor dem dunkel werden bis Figueira da Foz. Den Hafen mit diesem langen Namen hatten wir für uns schon vor 4 Jahren in Fixfox umgetauft. Wir entschließen uns, weiter zu fahren.

Leider schaffen wir es doch nicht mehr im Hellen, den Hafen anzulaufen. Die Sonne geht schon früh unter.

 Und dann geht der Mond blutrot auf.

Ein wird schnell sehr dunkel. Vor uns fährt ein anderer Segler. So können wir ein wenig hinterherfahren. Von unserem letzten Aufenthalt in dem Hafen wissen wir, dass es dort eine starke Strömung gibt, die das Anlegen schwierig macht. Über Funk versuche ich bei der Marina anzurufen, aber es meldet sich niemand. Das Office ist anscheinend nicht mehr besetzt. Wir fahren in den Hafen und versuchen in der letzten freien Box anzulegen. Auf dem Steg stehen 2 Männer, die unsere Leinen annehmen wollen. Ich übergebe die Vorleine. Dann höre ich Klaus hektisch rufen. Das Heck wurde von der Ströung schnell auf das Boot neben uns gedrückt und das hatte einen Außenborder außen an der Reling hängen. Der Bootbesitzer und ich versuchen unser Boot wegzudrücken, Klaus fährt schnell aus der Box und ich nehme die Vorleine wieder an, die unsere Helfer blitzschnell losgeworfen hatten. Am nächsten Morgen finden wir eine langen, tiefen Kratzer an unserem Rumpf.

Wir machen im anderen Hafenteil längsseits fest und hoffen, das es am Liegeplatz tief genug ist. Es ist mittlerweis 22:00 Uhr und wir essen Abendbrot. Wie sind gerade fertig geworden, da klopft der Hafenmeister. Ich soll zum Office kommen und einchecken. Das Office ist bis Mitternacht geöffnet. Ich bin inzwischen todmüde. Der Törn war anstrengend und nun laufe ich 20 Minuten bis zum Office...

Am nächsten Tag muss ich erst einmal "durchgrünen". Wir bleiben im Hafen und ich gehe auf den Markt, den ich vor 4 Jahren hier entdeckt habe.

 Leider mache ich einen Fehler und kaufe am ersten Stand eine Melone, die sich als ein 5 kg-Teil entpuppt. Damit ist meine Tasche schon ziemlich voll, so dass ich nur noch Fisch und Oliven kaufen kann. Nachmittags aktivieren wir unseren Hackenporsche und kaufen Wasser ein.

Es ist ein heißer Tag, endlich einmal kein kalter Wind und Nebel. So lässt es sich aushalten.