22.07.18 Scheveningen

Der Wecker klingelt um 5:00 Uhr und kurz vor 6:00 Uhr legen wir ab. Der Hafen ist quasi noch im Tiefschlaf. Wir fahren den Noordzeekanaal  Richtung Ijmuiden. Die Sonne geht auf. Außer uns sind nur ein paar Berufsschiffer unterwegs.

Gegen 8:00 Uhr haben wir die Schleusen erreicht - aber welche ist für uns die richtige? Da meldet sich Traffic Control über Funk und weist uns die richtige an. Kurz nach 8:00 Uhr sind wir auf der Nordsee.

Wir beginnen Segel zu setzen aber es wird schnell klar, das der Wind nicht zum Segeln reicht, also fahren wir Motorboot bis Scheweningen. Zu Anfang habe wir den Strom mit uns aber bald gegen uns.

Scheveningen hat einen großen Hafen mit Vorhafen. Leider finden wir im eigentlichen Yachthafen keinen Platz und liegen im Hafenbecken daneben und bald auch im Päckchen.

An den Tagen vorher hatte eine große Regatta stattgefunden und wir können noch von einem Baustromverteiler profitieren, der allerdings am nächsten Morgen abgebaut wird.

 

Sanitäreinrichtungen gibt es in diesem Hafenteil nicht, erfahren wir vom Hafenmeister, den wir nach einem längeren Fußweg gefunden haben.

Am nächsten Morgen:

Ich brauche eine Dusche, die ich nach 20 Minuten Fußmarsch auch erreiche. Vorher hatte Klaus die Idee, die Fahrräder auszupacken, damit es schneller geht. Dummerweise haben beide Fahrräder Plattfuß (Wir haben sie lange nicht benutzt.) Leider stellt sich dann noch heraus, dass wir die Luftpumpe fürs Fahrrad zu Hause gelassen haben . Shit happens!

Wir haben Glück, denn ein Baumarkt ist in der Nähe und Klaus ersteht eine Luftpumpe. Nach dem Mittag werden die Räder klar gemacht und meine erster Ausflug per Fahrrad in Holland beginnt. Die Radweg sehen wesentlich besser aus als in Deutschland Es gibt breite Wege mit Mittelstreifen, Abbiegespur, Kreisverkehr und Ampeln nur für Fahrräder. Wir sind mit unseren alten Klapprädern eher langsam und werden ständig überholt. Dazwischen gibt es auch noch Autos und Straßenbahnen. Manchmal bin ich leicht überfordert. Wir fahren bis Den Haag in die Innenstadt.

Hier sieht es etwas anders aus als in Amsterdam, alle mehr Business like. Wir fahren an mehreren Botschaften vorbei und in die Fußgängerzone. Daran schließt sich Chinatown an.

Auch für den nächsten Tag wird fast kein Wind angesagt. Wir wollen nach Zeebrügge. Das sind ungefähr 60 Seemeilen. Wir haben keine Lust auf Motorboot fahren. Also beschließen wir, noch einen Tag zu bleiben. Es gibt leider keinen Strom und kein Internet an unserem Liegeplatz, aber es geht auch ohne.

Klaus möchte mit dem Fahrrad nach Den Haag ins Museum, ich habe mehr Lust auf Faulenzen. Also trennen sich unsere Wege. Klaus radelt los und ich mache mir erst mal einen Kaffee und plane meinen Nachmittag. Plötzlich klopft es am Boot, es ist der Hafenmeister. Der Steg muss geräumt werden. Bis 16:00 Uhr müssen alle Schiffe weg sein. Die Crew von dem Nachbarboot, das an uns festgemacht hat, ist auch nach Den Haag. Kein Problem meint der Hafenmeister, das wird abgeschleppt.

Gut, dass Klaus sein Handy mitgenommen hat, aber er geht erst nach dem 5. Anruf ran. Ich bin schon leicht in Panik. Allein kann ich das Boot nicht in den anderen Hafen bringen.

Klaus radelt wieder zum Boot zurück. Vorsichtig ziehen wir unseren Nachbarn an den frei gewordenen Steg und dann bekommen wir einen Platz im Clubhafen mit Strom und Internet. Wir können sogar unseren Wassertank an Bord wieder auffüllen, welch ein Luxus. Nur unsere Tagesplanung war eigentlich eine ganz andere.