VILANOVA IL LA GELTRU BIS GIBRALTAR

LOS GEHT ES AUS VILAOVA
Nach dem Kauf des Bootes sind wir nun einige Male nach Vilanova gefahren, um das Boot auf den Überführungstörn vorzubereiten. Kurz vor dem Ablegen wird noch das Unterwasserschiff gereinigt. Dazu wird Ariadne aus dem Wasser geholt.

MEDIZIN AN BORD
Medikamente sind beschafft und das Nähen von Wunden an einer Banane trainiert. (Hoffentlich müssen wir das nie anwenden!!)

RETTUNGSINSEL
Für die Sicherheit wurde die alte Rettungsinsel durch eine neue ersetzt.

01.06.2014

Die Vorbereitungen sind abgeschlossen. Wir haben sogar den von der Versicherung geforderten professionellen Riggcheck organisiert bekommen. Das war das Schwierigste bisher. Wenn uns Pepe nicht geholfen hätte, würden wir hier noch eine ganze Woche warten.

Heute haben wir Diesel und Wassser getankt und alle Akkus aufgeladen. Satelittentelefon ist eingestellt und Strecktau gespannt. Nun muss nur noch das Ziel am Plotter einprogrammiert werden. Wir haben schon Seekarten und Handbücher gewälzt. Eigentlich wollten wir über Mallorca, Ibiza und Formentera nach Gribraltar, aber dafür ist die Windrichtung noch viel schlechter als unter der Küste zu fahren. Wir werden versuchen morgen sehr früh wegzukommen und in ca. 70 Meilen einen Hafen im Ebrodelta anzulaufen - jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt.

Regenbogen an unserem letzten Abend in Vilanova

02.06.2014

Unser Überführungstörn beginnt. Den Wecker haben wir auf 5:30 Uhr gestellt. Bis alles segelklar verstaut ist, dauert es eine Weile, das muss besser werden. Um 7:10 Uhr legen wir ab. Es ist schon ein kommisches Gefühl die Kette der Vorleine zu lösen. Die wird hoffentlich erst wieder am heimischen Liegeplatz zum Einsatz kommen.

Ich habe als Zielhafen Charles de la Rapita eingegeben, ca. 70 Meilen entfernt. Mittags stellen wir fest, dass dieser Hafen im Hellen nicht mehr erreichbar ist. Wir sind nicht schnell genug gesegelt

Wir entscheiden uns für Puerto L´Ampolla. Der Hafen ist klein und teuer, hat aber einen Supermarkt in Hafennähe - und die Duschen sind gut.


03.06.2014

Bei gleicher Weckzeit (5:30 Uhr) schon um 6:50 Uhr abgelegt – da gibt es noch Entwicklungspotential. Um 11: 00 können wir Segel setzen. Vollzeug segeln wir zwischen 3,5 und 5,5 Knoten. Kurz vor 16:00 Uhr schläft der Wind wieder ein und wir fahren unter Motor bis Puerto de Burriananova

Der Hafen ist relativ leer und wir bekommen einen Platz längsseits am Steg. Klaus nutzt die Gelegenheit zur Pflege des Algengartens unter dem Boot mit Hilfe eines Schrubbers.

Ach noch etwas: Unser Staubsauger bekommt einen neuen Platz, er war in der Welle in unsere Koje gefallen.


04.06.2014

Weil das Hafenbüro erst um 8:30 Uhr öffnet, kommen wir nicht so früh weg. Das Einchecken ist immer eine große Aktion. Bootspapiere Versicherungsnachweis und Ausweis müssen vorgelegt werden. Alles wird kopiert und ich muss immer lange Formulare ausfüllen.

Klaus möchte nach Valencia (wenn wir schon mal in der Nähe sind).

Wir erreichen den Hafen um 13:15 Uhr und machen uns auf den Weg in die Stadt. Öffentliche Verkehrsmittel in fremden Städten sind schwierig, da macht Valencia keine Ausnahme. Wir finden die Tarifzone der Metro heraus und schaffen es sogar, die Tickets vorschriftsmäßig zu entwerten. Nur die Linie 5 fährt nur eine kleine Runde und nicht in Altstadt. Wir fragen uns zur Linie 4 durch, finden die Haltestelle und erreichen endlich die Altstadt.

Lautes Hupen und Pfeifen, hier findet gerade eine Demo statt. Die Altstadtt ist sehr schön, erinnert ein wenig an Barcelona.

Gegen 20 Uhr sind wir wieder an Bord. Der Wind hat tüchtig aufgedreht und der Schwell steht bis in den Hafen.

05.06.2014

Wir wollen Richtung Denia und bei gutem Wetter die Nacht durch segeln, um Strecke zu machen. Die Welle ist ungemütlich hoch und wir setzen bereits im Hafen das Großsegel. Plötzlich hält mir Klaus ein abgerissenes Ende des Großfalls hin. Das Groß ist oben, kann aber so nicht wieder heruntergenommen werden oder ggf. ein Reff eingebunden werden. Das Fall war noch neu. Grund war ein gebrochener Block (auch neu) der das Fall quasi durchgeschnitten hatte.

Wir beschließen, trotzdem aus dem Hafen zu fahren, da der Hafen für großartige Manöver auch nicht geeignet ist. Das Problem mit dem Fall muss draußen gelöst werden.

Wir kämpfen uns gegen die Welle um die Hafenmole herum und schaukeln mit Motor und Groß auf einem Halbwindkurs Richtung Denia.

Klaus geht ordnungsgemäß angebunden und mit Schwimmweste aufs Vorschiff. Es ist ziemlich anstrengend für ihn, sich bei so einer Welle auf den Beinen zu halten. Eine Hilfsleine muss angebracht werden und das Großsegel geborgen. Dann ein altes Fall an der Sorgleine befestigen und das Fall einziehen. Fall eingezogen - leider war es zu kurz!

Plan B: Ein nicht benutztes Fall wird vom Mast genommen und als Großfall umfunktioniert. Bevor das aber getan wird, soll ich den Kurs zur Welle etwas ändern, damit Klaus es auf dem Vorschiff etwas leichter hat. Das gefällt dem Motor aber nicht so gut und er geht still und leise einfach aus. Klaus hat das auf dem Vorschiff gar nicht gleich mitbekommen und schaut völlig verdattert, als ich ihm das Problem zurufe.

Ja, nun sind wir ohne Motor und Segel, aber wenigsten weit genug vom Land, auflaufen würden wir so schnell nicht. Also erst einmal Vorsegel und Besan setzten. Wir hatten von Valencia 10 Meilen zurückgelegt und drehen nun um. Der Wind hat nachgelassen, wir fahren nur knapp 2 Knoten. Also schnell das Großfall klarieren und das Großsegel setzen.

Nun machen wir ca. 3 Knoten Fahrt, also noch über drei Stunden bis zum Hafen. Der Plan ist, kurz vor dem Hafen über Funk Hilfe anzufragen.

Ungefähr 30 Minuten vor der Hafeneinfahrt der erste Versuch. Die Stimme aus dem Funkgerät verspricht mir auf Englisch Hilfe und sagte, dass ich mich wieder melden soll, wenn wir an der Hafeneinfahrt sind.

Kurz vor der Hafeneinfahrt nehmen wir erst das Groß und dann den Besan herunter. Nur unter Vorsegel fahren wir eine Halse und auf die Hafeneinfahrt zu. Hoffentlich schaffen wir die Höhe. Die Stimme aus dem Funkgerät murmelt etwas auf Englisch und Spanisch.

Wir hoffen auf ein Schlauchboot, das uns in den Hafen helfen würde. Stattdessen kommt ein riesiger Katamaran mit vielen Menschen an Bord und segelt ganz langsam aus dem Hafen. Die Menschen winken freundlich, von Hinten rauscht ein Fischerboot heran. Für uns wird der Platz knapp. Irgendwie schaffen wir es in den Hafen und um die Ecke Richtung Wartepier. Klaus rollt das Vorsegel ein und ich steuere an die Pier, die wir glücklich erreichen.

Es ist mittlerweile 17:30 Uhr und ich suche aus der Hafenbeschreibung eine Motorenwerkstatt heraus. Es meldet sich tatsächlich noch jemand und nach einem spanisch-englischen Kauderwelsch wird uns signalisiert, das in 20-40 Minuten Ruben zu uns kommen würde.

Ich checke im Hafenbüro wieder ein und wir werden mit 2 Schlauchbooten auf unseren Liegeplatz geschleppt bzw. gedrückt. Dort wartet bereits Ruben, statt mit Werkzeug nur mit einem Kamm ausgerüstet.

Er schaut in den Motorraum, schnüffelt und fragt nach Werkzeug. Dann dreht er an einigen Schrauben und startet den Motor – der läuft. Er meint wir hätten irgendwie Luft in die Spritleitung bekommen, entweder über einen relativ leeren Tank in der Welle, oder die Leitungen wären nicht mehr in Ordnung. Nun läuft der Motor wieder und er zieht mit 40 Euro von dannen.

Na denn – Morgen der nächste Versuch Richtung Gibraltar zu kommen..


VALENCIA FOR EVER?

06.06.2014
Heute soll es weiter gehen, wenn das Wetter passt, die Nacht durch.

Wir legen ab, um noch an der Tankstelle zu tanken und unsere Keycards abzugeben. Wir schaffen es bis auf wenige Meter bis zur Tankstelle, dann geht der Motor wieder aus. Der Tankwart nimmt unsere Leinen entgegen und ich versuche mal wieder den Motorservice zu erreichen.

Man verspricht uns gegen 12:00 Uhr einen Mechaniker und wir verholen uns an die Wartepier. Leider bekommen wir kurz nach 12 Uhr die Info, dass es nicht mehr klappt und wir bis Montag, eher Dienstag warten müssen. Wir werden mit dem Schlauchboot wieder an den Liegeplatz gebracht und richten uns auf einige Hafentage ein.

07.06.2014
Wir genießen das Hafenleben und schlafen uns endlich einmal richtig aus. Der Hafenteil, in dem wir liegen ist sehr lebendig. Die meistens Boote sind bewohnt. An unserem Steg gibt es außer Spaniern noch Franzosen, Belgier, Italiener, Russen, Amerikaner und ein paar Stege weiter auch Holländer, Schweden, Polen ...

Zwei Boote weiter sind 2 Gallier am Werk: Ein Einkaufswagen mit Bierdosen, eine riesengroße Werkzeugkiste und Tauchausrüstung stehen auf dem Steg, "Verleihnix" mit gestreifter Hose flirtet mit den Frauen der Nachbarboote. Wir können teilhaben am Anspringen eines stinkenden Motors zum Frühstück.

Ja das Thema Essen: Der nächste Supermarkt ist 2 km entfernt. Aber ich wollte mich ja sowieso mehr bewegen.

08.06.2014
Der Morgen zeigt sich eher trübe. Wir frühstücken trotzdem draußen, als plötzlich die Rainbow Warrior an uns vorbeifährt.

Der Tag wird mit Arbeit ausgefüllt. Ich arbeite einiges für das Büro auf und Klaus erneuert ein Solarpanel

08.06.2014
Als wir abends eine Runde am Hafen, vorbei an den schon etwas verfallenen Anlagen des 32. Americas Cup gehen, sehen wir die Menschenmassen in einer unendliche langen Schlange vor dem Greenpeace-Schiff auf eine Besichtigung warten.

09.06.2014
Gegen Abend bekommen wir von der Motorenwerkstatt die Info, das am nächsten Tag um 9:00 Uhr ein Kollege von Ruben an Bord kommt. Hoffentlich klappt das wirklich... Ich folge einer Empfehlung eines Deutschen und laufe mit meiner Klappkarre zum Consum (auch 2 km entfernt) um Wasser und andere wichtige Dinge einzukaufen. Der Tag vergeht mit kleinen Arbeiten an Bord. (So ein Boot ist ein riesiges Bastelangebot.) Abends gehe ich mit Klaus noch einmal zum Supermarkt. Wir erstehen auch in einem Elektroladen den Stecker für Klaus Funkgerät. Gleich nach der Ankunft an Bord beginnt er mit den Lötarbeiten.

10.06.2014
Um 9:10 kommen tatsächlich zwei Mechaniker. Nach eingehender Beratung wir beschlossen, den Dieselfilter zu wechseln. Um 10:00 Uhr entschwinden beide, um die Filtereinheit in der Werkstatt zu reinigen. Sie wollen gegen 12:00 Uhr wieder kommen. Wir nutzen die Zeit. Ich gehe Duschen. Als ich wie immer über das "Schlappseil" (Vorleine) balanciere, um auf den Steg zu kommen, ertönt es gegenüber bei der Amerikanerin: Oh my Good, I had never seen that!! Die Amerikaner waren gerade vorher gekommen und hatten mit dem Beiboot in den Davids mit dem Heck zum Steg festgemacht. Sie gehen von Bord, indem sie das Beiboot auf Steghöhe absenken und über das Beiboot an Land gehen- das hatte ich vorher auch noch nie gesehen ... So, der Motor läuft wieder - hoffentlich für länger ...


11.06.2014

Wir sind die Nacht durchgefahren und bis Torrevieja gekommen - laut Reiseführer ein kosmopolitischer Treffpunkt mit vielen Bars und Restaurants.

Wir sehen  nicht viel davon - eine kurze Runde um den Hafen und dann gehen wir wieder an Bord.


13.06.2014

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Wir fahren wieder die Nacht durch und machen um 10:30 Uhr an der Wartepier in Almerimar fest.


14.06.2014

Gegen 18:00 Uhr in Marina del Este festgemacht. Es ist ein idyllischer kleiner Hafen, der kleinste, den wir bisher angelaufen haben. Heute war das Mittelmeer wie ein "Ententeich". Die ganze Strecke mussten wir unter Motor zurücklegen.

Ein Höhepunkt waren mehr als 50 Delfine, die unser Boot umrundeten. Es war ein Erlebnis, wie sie mit dem Boot "spielten".

Dabei begann der Tag gar nicht verheißungsvoll: Bei meiner 35 Minutentour zum Hafenbüro, um den Elektrostecker und die Schlüssel für die Sanitärräume abzugeben, habe ich mir mit meinen Badelatschen riesige Blasen aufgelaufen. Der Weg war doch viel weiter, als ich gedacht hatte.

Dann den Motor starten - und wieder lud die Lichtmaschine nicht. Gott sei dank, war der Fehler schnell behoben.

Während ich dies schreibe, hat der Wind plötzich "aufgedreht". Es scheinen Fallböen von den Bergen zu sein.


Leider gibt es hier keine Fotos:

15.06.2014 -Fuengirola

16. BIS 17.06.2014

Wir fahren nachts am Felsen von Gibraltar vorbei und erreichen am frühen Morgen Marina Bay Gibraltar.

Vergeblich versuchen wir die Marina über Funk anzurufen, schließlich fahren wir einfach in den Hafen und machen an einem der vielen freien Liegeplätze fest. Ich gehe zum Office und höre, wir können nicht bleiben, weil alle freien Plätze gebucht sind. Wir legen wieder ab und dann sehen wir jemand aus dem Office kommen: Wir dürfen wieder fest machen.

So haben wir die Chance, uns auf dem Affenfelsen ein wenig umzuschauen.