09.01.2022

Heute kommt meine Fotofreundin Brigitte von Teneriffa zu Besuch. Wir machen gleich die Gegend um den Hafen mit unseren Kameras unsicher. Brigitte hat einen ganz anderen Blick auf die Dinge wie ich. Plötzlich sehe auch ich meine Umgebung mit anderen Augen.

Brigitte gehört wie ich zu den 5 Fotofrauen. Zum Nachschauen gibt es hier den Link zu unserer Webseite, auf der wir uns und unsere Fotos vorstellen: fotofrauen.de.

Hier zwei Fotos aus unserer Fotosession:

10.01.2022

Wir haben für 3 Tage einen Mietwagen und erkunden gemeinsam mit unseren Männern die Insel. Heute geht es in das touristische Valle Gran Rey.

Wir picknicken am Hafen und schauen uns um. Für diesen Ankerlieger hat das Manöver hoch und trocken geendet. Das ist etwas, was man nicht erleben möchte ...

Die kleinen Fischerboote schaukeln an ihren Moorings.

Wir fahren sehr spät zurück und genießen den Blick auf San Sebastian im Dunklen und auf Brigittes Teneriffa.

14.01.2022

Wir wollen mit dem Boot wieder zurück nach Puerto Tazacorte. Zwar sind wir bis zum 15.01. noch in San Sebastian eingebucht, aber das Wetter soll für die nächste Zeit ungemütlich werden, also fahren wir besser schon heute.

Es beginnt sehr friedlich - außer das der Wecker schon um 6:00 Uhr klingelt. Wir legen vor Sonnenaufgang ab. Unsere schwedischen Nachbarn sind auch schon auf und helfen uns beim Ablegen. Da unser Propeller ein Eigenleben führt und wir nicht wissen, ab er auch beim Umschalten von Rückwärts auf Vorwärts den gewünschten Vortrieb bringt, fährt Klaus rückwärts aus der Marina und wir versuchen dann, das Boot in Vorwärtsfahrt zu bringen. Es klappt - und los gehts. Wir setzen das Groß und fahren in den Sonnenaufgang. Alles ist ruhig und angenehm.

Wir nehmen die Route östlich um La Gomera und schon bald sehen wir La Palma am Horzont auftauchen und La Gomera verschwindet im Dunst.

Und dann verschwindet auch La Palma im Dunst - nein, wir haben uns nicht verfahren, das Wetter wird schlechter.

Der Wind dreht von achterlichem Wind bis auf 22 Knoten gegenan. Die Welle interessiert sich nicht für den Wind, sondern kommt raum oder direkt von hinten, bei steigender Wellenhöhe. Das Großsegel haben wir inzwischen gegen den Besan getauscht. Nun kommt der Wind wieder direkt von hinten und das Steuern ist anspruchsvoll, schließlich wollen wir keine Patenthalse fahren. Seit wir die Südspitze von La Palma erreicht haben, nehmen Wind und Welle stetig zu und die Sicht weiter ab.

Wir sind inzwischen in "Rauschefahrt" unterwegs, unsere Chance noch vor dem Dunkelwerden den Hafen zu erreichen. Vor dem Hafen gibt es wegen der Lava ein Sperrgebiet, dass wir umfahren müssen. Wir sehen zwar noch kein Land und schon gar keine Marina, aber ich kündige uns schon mal über Funk an und bitte um Hilfe beim Anlegen.

Der Wind hat inzwischen in Böen 35 Knoten erreicht und ich habe seit Langem mein dickes Ölzeug wieder aus dem Schrank geholt.

Dann werden wir über Funk wegen des Sperrgebietes von La Palma Traffic/Teneriffa Traffic angerufen. Nach unserer Bestätigung, dass wir das Gebiet kennen und die Nachfrage nach schlechten Wetterbedinungen bestätigen, dürfen wir den Hafen direkt anlaufen.

Viele Hände helfen uns beim Anlegen und wir können Ariadne hinter dem Restaurantgebäude an Steg 1 festmachen, bei diesem Wetter die erste Wahl. Auf unseren Liegeplatz können wir wechseln, wenn der Wind in den nächsten Tagen abflaut.

15.01.2022

Wir haben Calima und Sturm aus Süd. Zur Sicherheit legen wir wichtige Leinen doppelt, denn wir dürfen einige Tage auf diesem Liegeplatz bleiben.

Der Wind fegt Sand und Asche an Deck und dazwischen gibt es einige Spritzer Gischt. Normalerweise spritzen wir nach einer Tour das Salz vom Deck. Das wäre zurzeit sinnlos, wahrscheinlich würde das Wasser aus dem Schlauch gar nicht aufs Deck spritzen, sondern weggeweht.

Bei diesen Wetterbedingungen bleibt die Kamera gut verpackt im Schrank. Schließlich habe ich vor ein paar Tagen den Sensor geputzt.

Wir laufen ins Dorf und haben das Gefühl, wir würden gesandstahlt. Die FFP2-Maske kommt zum Einsatz.

Die Straßenbrücke in den Ort ist komplett abgerissen. Fußgänger können über den Strand laufen. Wir kaufen ein und verkriechen uns dann wieder unter Deck. Der Wind heult im Rigg und bei Nachbarn knallen einige Fallen am Rigg.