ATLANTIK

Wenn alles nach Plan verläuft, werden wir in diesem Jahr an der spanischen und portugiesischen Festlandsküste bis Lissabon fahren und danach über Madeira zu den Kanaren.

09.09.2018 LA CORUÑA

Wir verlassen Camaret sur Mer kurz nach 5:00 Uhr. Es ist stockfinster und wir fahren gemeinsam mit einer anderen Segelyacht aus dem Hafen. Es dauert eine Weile, bis wir die verschiedenen Farben und Kennungen von Seezeichen identifiziert und der Karte zugeordnet haben. Wegen der vielen Untiefen sehen wir vieles blinken.

Der andere Segler biegt nach einer Stunde ab und wir fahren allein Richtung La Coruña. Es wird langsam hell. Da mich wieder die Seekrankheit quält, macht Klaus das Frühstück.

Nach einiger Zeit können wir Segel setzen und der Windpilot fährt uns RIchtung Spanien. Nach 30 Stunden Fahrt ist mir nicht mehr schlecht und ich kann die Fahrt genießen. Wir haben Neumond und die Nacht ist tiefschwarz. Gelegentlich gibt es sternenklaren Himmel. Dadurch, dass es kein weiteres Licht gibt, kann man unendlich viele Sterne sehen - wunderschön.

Wir haben wieder unsere 3-Stunden-Wachen. Ich kann in meiner Freiwache inzwischen etwas schlafen, Klaus anscheinend weniger. Bei meiner Wache in der zweiten Nacht quittiert die Selbsteueranlage ihren Dienst. Der Wind ist inzwischen abgeflaut und wir müssen unter Motor fahren. Ab jetzt muss von Hand gesteuwert werden. Das ist bei der Atlantikdünung anstrengend, vor allen Dingen Nachts im Dunklen.

Am Abend des dritten Tages erreichen wir La Coruña. Wir machen neben einem Franzosen fest, den wir später in den nächsten Häfen auch wieder treffen. Nun wollen wir erst einmal ausschlafen.

Am nächsten Tag geht es in die Stadt - unter anderem auch, um die Vorräte wieder aufzufüllen.

Eindrücke aus La Coruña

Ich möchte unbedingt wieder auf den Leuchtturm (Herkules). Der hat mir vor 4 Jahren schon so gut gefallen - vor allen Dingen der Ausblick auf den Atlantik. Diesmal haben wir Fahrräder mit, die nun zum Einsatz kommen. Leider ist Herkules zum Teil im Nebel.

 

13.09.2018 MUXIA

Endlich lichtet sich der Nebel schon am Vormittag. Bisher war es bis nach dem Mittag alles zugezogen. Wir nutzen die Gunst der Stunde und legen ab und fahren an der Küste entlang Richtung Muxia. Die Küste versteckt sich gelegentlich im Nebel, aber wir fahren mehr oder weniger in einem "Nebelloch".

Am nächsten Morgen ist es sogar sonnig.

Wir laufen ein wenig durch die Natur.

Immer wieder treffen wir Pilgerer. Es gibt einen Weg, der von Santiago de Compostela kommt und in Muxia endet.

Unterwegs sehen wir immer wieder diese eigenartigen Häusschen. Nach einer Internetrecherche wissen wir, dass dort Getreide getrocknet wird.

Diese Terassen erinnern uns ein wenig an La Palma.

15.09.2018 MUROS

Kurz vor 9:00 Uhr legen wir in Muxia ab.

Der Wind hat abgeflaut. Wir müssen immer mal wieder unter Motor fahren. und genießen die Zeiten, an denen wir unter Genoa und Besan raumschots segeln können.

Wir erreichen Kap Finesterre. Von nun an fahren wir mehr oder weniger nur noch in Richtung Süden.

Leider fahren wir erst einmal im Nebel. Wir "tasten" uns an der Küste mit den zahlreichen Felsen und Flachs im Wasser vorbei Richtung Muros. Es ist wie ein Wunder: Kurz vor der Hafeneinfahrt ist der Nebel weg. Wir melden uns über Funk im Hafen an und werden von Pedro, einen sehr netten Hafenmeister in Empfang genommen.

Wir genießen den Abend im Cockpit (Nachdem wir unter den Bodenbrettern den Inhalt einer großen Flasche spanischen Bieres  aufgewischt haben, die den Wellengang nicht vertragen hat.)

Am nächsten Morgen scheint die Sonne, Wind gibt es keinen. Wir laufen an der Küste entlang bis zum nächsten Ort der großen Bucht und auf einem Höhenweg zurück mit einem schönen Ausblick.

Der  Rückweg führt uns durch die schöne Altstadt.

Wir genießen einen weiteren Abend ohne Wind und Nebel.

Am nächsten Tag fahren wir mit dem Bus nach Santiago de Compostela. Die größte Herausforderung ist es, die Bushaltestelle zu finden, die leider nicht gekennzeichnet ist. Die Fahrt dauerte nur etwas mehr als eine Stunde.

Die Altstadt von Santiago de Compostela ist beeindruckend. Hier ein paar Bilder ...

Als wir am Abend nach einem warmen, sonnigen Tag wieder in den Hafen zurückkehren, ist dichter Nebel.

19.09.2018 BAIONA

Wir müssen warten, bis das Hafenbüro in Muros geöffnet ist. Abends war der Wäschetrockner immer noch belegt gewesen und der Hafenmeister hatte uns versprochen unsere Wäsche noch in den Trockner zu legen, bevor er in den Feierabend geht.

Um 10:00 Uhr ist der Hafenmeister da, ich kann die Hafengebühr bezahlen und die trockene Wäsche in Empfang nehmen.

Der Hafen ist wirklich zu empfehlen. Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt, der Hafenmeister ist sehr engagiert und direkt am Hafen gibt es einen Supermarkt und einen Fischladen.

Wir legen kurz nach 10:00 Uhr ab. Es ist kein Nebel!

Der Wind reicht nicht zum Segeln, obwohl er kurz auf 10 Knoten aufdreht und wir Groß und Besan setzen. Somit haben wir unterwegs immer etwas zu tun - nämlich zu verhindern, dass die Segel in der Welle schlagen ...

Kurz vor 20:00 Uhr erreichen wir den Hafen von Baiona, checken ein und können sogar noch im Cockpit Abendbrot essen.

Am nächsten Morgen der typische Ausblick - Nebel. Als sich Mittags der Nebel lichtet, gehen wir zur Festung und laufen eine Runde auf der Mauer. Und machen viele schöne Fotos, die aber leider aus unerfindlichen Gründen nicht abgespeichert werden.

Am nächsten Tag zum Abschied dann wenigstens ein Foto von der Festung.

Baiona hat eine schöne Altstadt und die Runde um die Festung wäre ich auch gern noch einmal gelaufen. Die Hafengebühr ist allerdings nicht wirklich preiswert und die Sanitäranlagen haben durchaus noch Luft nach oben.

21.09.2018 POVOA DE VARZIM

In Baiona können wir erst kurz nach 10:00 Uhr ablegen, nachdem das Hafenbüro geöffnet hat. Wir setzen noch im Hafenbereich das Groß und fahren zwischen den Flachs durch in Richtung Povoa de Varzim. Mittags frischt der Wind auf und wir können endlich segeln. Auch das Besansegel wird gesetzt. Zuerst noch mit halben Wind und später raumschots segeln wir zwischen 2 und 5,5 Knoten. Hin und wieder bekommmen wir Besuch von Delfinen.

Gegend Abend nähern wir uns unserem Zielhafen. Die Skyline ist nicht gerade einladend - Hochhäuser. Wir bekommen einen Liegeplatz vor dem Wind. Zwei Marineros helfen routiniert beim Anlegen. Leider pfeift der Wind nun ins Boot und gegen die Achterkajüte klatscht und gluckert das Wasser.

Ich checke im Office ein und statt mit Pincode oder Karte wird Tor und Sanitärgebäude mit Fingerprint geöffnet. Somit bin ich jetzt in Portugal also 'erkunngsdienstlich' registriert.

Am nächsten Morgen das übliche Bild - Nebel.

Als sich der Nebel lichtet, laufen wir auf der Promenade bis zu einem Flusslauf, durch die Altstadt und dann auf der Suche nach einem Supermarkt mehr als 10 km.

Hier einige Eindrücke:

Am 23.09. fahren wir mit der Metro nach Porto. Wie immer ist die größte Herausforderung, die richtige Fahrkarte zu kaufen. Nach ca. 45 Minuten erreichen wir die Innenstadt von Porto. Es ist sonnig und warm.

Wir machen einen Spaziergang durch die Altstadt. Die Straßen sind mit internationalen Touristen gut gefüllt. Zum Mittagessen können wir einen schönen Platz mit Blick auf den Fluss ergattern.

Hier weitere Eindrücke:

24.09.2018 FIGUEIRA DA FOZ

Der Tag begint damit, dass sich Klaus den Kopf aufschlägt. Das hätte uns eigentlich schon nachdenklich machen sollen ...

Es ist nicht der übliche Nebel, man kann ein wenig mehr (oder Meer) sehen. Wir legen kurz nach 9:00 Uhr ab. Meine Uhr habe ich immer noch auf deutscher Zeit stehen. In Portugal ist es also erst 8:00 Uhr.

Unser Ziel wollen wir unterwegs festlegen. Entweder im Ria de Aveiro ankern oder über Nacht weiter bis kurz vor Lissabon fahren. Wir setzen an der Hafeneinfahrt das Groß. Zum Segeln reicht der Wind nicht. Er kommt ziemlich genau von hinten und damit das Segel in der Welle nicht immer so schlägt, kreuzen wir vor dem WInd.

Gerade als wir der Meinung waren, dass der Wind zum Segeln ausreicht, tut es einen Schlag. Ein Block am Traveller ist gebrochen. Also bergen wir das Großsegel und setzen das Besansegel.

Kurz nach dem Mittag sind wir vor der Einfahrt des Ria de Aveiro - reinfahren und ankern oder weiterfahren ist die Frage. Vielleicht schaffen wir es vor dem dunkel werden bis Figueira da Foz. Den Hafen mit diesem langen Namen hatten wir für uns schon vor 4 Jahren in Fixfox umgetauft. Wir entschließen uns, weiter zu fahren.

Leider schaffen wir es doch nicht mehr im Hellen, den Hafen anzulaufen. Die Sonne geht schon früh unter.

Und dann geht der Mond blutrot auf.

Ein wird schnell sehr dunkel. Vor uns fährt ein anderer Segler. So können wir ein wenig hinterherfahren. Von unserem letzten Aufenthalt in dem Hafen wissen wir, dass es dort eine starke Strömung gibt, die das Anlegen schwierig macht. Über Funk versuche ich, bei der Marina anzurufen, aber es meldet sich niemand. Das Office ist anscheinend nicht mehr besetzt. Wir fahren in den Hafen und versuchen in der letzten freien Box anzulegen. Auf dem Steg stehen 2 Männer, die unsere Leinen annehmen wollen. Ich übergebe die Vorleine. Dann höre ich Klaus hektisch rufen. Das Heck wurde von der Ströung schnell auf das Boot neben uns gedrückt und das hatte einen Außenborder außen an der Reling hängen. Der Bootbesitzer und ich versuchen unser Boot wegzudrücken, Klaus fährt schnell aus der Box und ich nehme die Vorleine wieder an, die unsere Helfer blitzschnell losgeworfen hatten. Am nächsten Morgen finden wir eine langen, tiefen Kratzer an unserem Rumpf.

Wir machen im anderen Hafenteil längsseits fest und hoffen, dass es am Liegeplatz tief genug ist. Es ist mittlerweis 22:00 Uhr und wir essen Abendbrot. Wie sind gerade fertig geworden, da klopft der Hafenmeister. Ich soll zum Office kommen und einchecken. Das Office ist bis Mitternacht geöffnet. Ich bin inzwischen todmüde. Der Törn war anstrengend und nun laufe ich 20 Minuten bis zum Office...

Am nächsten Tag muss ich erst einmal "durchgrünen". Wir bleiben im Hafen und ich gehe auf den Markt, den ich vor 4 Jahren hier entdeckt hatte.

Leider mache ich einen Fehler und kaufe am ersten Stand eine Melone, die sich als ein 5 kg-Teil entpuppt. Damit ist meine Tasche schon ziemlich voll, so dass ich nur noch Fisch und Oliven kaufen kann. Nachmittags aktivieren wir unseren Hackenporsche und kaufen Wasser ein.

Es ist ein heißer Tag, endlich einmal kein kalter Wind und Nebel. So lässt es sich aushalten.

29.09.2018 NAZARE

Wir legen in Figueira ab und haben uns aber noch nicht auf einen Zielhafen festgelegt. Einfach an der Küste entlang und schauen, wie es läuft. Erst mal Richtung Nazare, das ist der Ort mit den angeblich höchsten Wellen der Welt. Grund ist wohl eine 1000 m tiefe Rinne, die bis vor die Küste reicht.

Im Moment müssen wir nicht damit rechnen, es ist relativ wenig Wind. Mir ist nicht so nach "Nachtfahrt", deshalb fahren wir in den Hafen, obwohl wir uns erinnern, dass der Hafen nicht so besonders gut war.

Wir fahren im Hafenbecken Richtung Fischereihafen und werden gerufen, damit wir in den Yachthafen fahren. Zwei Marineros helfen uns beim Anlegen, außen an einen Ausleger am Yachthafen.

Außen liegen wir im Schwell der vorbeifahrenden Fischerboote, aber die Steganlage ist in Ordnung und das Personal ist freundlich. Leider ist die Hafengebühr relativ hoch. Die Sanitäranlagen sind im Container untergebracht und die Toiletten nur für kleine Menschen mit kurzen Beinen geeignet. Ich versuche lange, uns ins Hafen-Wlan einzuloggen - ohne Erfolg. Es ist schon spät und der Weg in den Ort weit, so dass wir früh ins Bett gehen.

30.09.2018 CASCAIS

Gleich nach Sonnenaufgang legen wir ab und los geht es Richtung Cascais. Die Fahrt ist ein "Fischerfähnchen-Slalom". Bei tiefstehender Sonne sind die Fähnchen bei der Welle sehr schlecht zu erkennen. Getoppt wird das nur noch von Fischerfähnchen ohne Fähnchen (hier gibt es nur ein Stückchen Styropor oder einen blauen Kanister.)

Kurz vor Cascais dreht der Wind auf mehr als 25 Knoten auf. In schneller Fahrt geht es zur Hafeneinfahrt und an den Gästesteg zur Anmeldung. Endlich stehe ich an der Anmeldung und muss dann hören, dass es leider keinen freien Liegeplatz mehr gibt. Deshalb ist der Ankerplatz in Hafennähe so voll. Aber Gott sei Dank gibt es überhaupt einen Ankerplatz.

Kurz vor Sonnenuntergang fällt unser Anker auf 10 m Wassertiefe.

Am nächsten Morgen telefonieren wir alle Marinas in der Nähe von Lissabon ab - vergebens, alle Häfen sind voll und haben keinen Liegeplatz für uns. Also wird das erste Mal auf diesem Törn das Schlauchboot ausgepackt. Der Wind, der noch über Nacht im RIgg geheult hat ist weg, deshalb bleibt der Außenborder noch verpackt und Klaus paddelt uns an den Steg der Tankstelle der Marina Cascais. Wir wollen zum Yachtausrüster.

Der Weg ist weit. (Unser Boot ist mit dem Strich gekennzeichnet.) Wir kaufen ein und bekommen sogar die Seekarten für Madeira und die Kanaren.

Wir verbringen den Abend im Cockpit und hören die Musik vom Strand.

Am nächsten Tag hat der Wind zugelegt. Da reicht paddeln nicht mehr aus, um an Land zu kommen. Der Außenborder wird ausgepackt und eine Talje wird angebracht, um den Außenborder auf das Schlauchboot zu bringen. Bei der Aktion "verbiege" ich mir irgendwie den Rücken.

Oh Wunder, der Außenborder springt an. Lob an Klaus, der das gute Stück im Winter überholt hat. Zum Testen fährt er einmal um das Boot und dann darf ich auch einsteigen. Wir erreichen den Anleger an der Marina. Dort lädt gerade ein anderer Ankerlieger Vorräte in sein Schlauchboot, die vom hiesigen Supermarkt angeliefert wurden. Toll - das möchte ich auch.

Erst einmal habe ich die Idee, dass Klaus versucht, in der Rezeption die Damen davon zu überzeugen, dass für uns ein Liegeplatz frei ist. Ich hatte das am Morgen schon per Telefon und E-Mail erfolglos versucht. Nach einiger Zeit kommt ein strahlender Klaus. Wir bekommen einen Liegeplatz, wenn wir innerhalb einer Stunde mit dem Boot am Gästeanleger sind.

Jetzt bricht Hektik aus. Schnell zum Boot zurück und Anker auf. Wir machen am Gästeanleger fest und gehen beide zusammen mit unseren Papieren zum Einchecken. Dann ein neuer Schock. Unsere Versicherungspolice endet am 1.10. und heute ist der 2.10. Das wurde an der Rezeption sofort festgestellt. Einchecken nur mit gültigen Versicherungsunterlagen. Ich rufe bei unserem Versicherungsmarkler an, der innerhalb kürzester Zeit die neuen Unterlagen organisiert und per E-Mail zuschickt. Wir können einchecken ...

03.10.2018 Lissabon

Wir fahren mit der Metro nach Lissabon.

Von Innen sieht die Bahn viel besser aus.

Klaus hat sich die Adressen von einigen Schiffsausrüstern herausgesucht, die wir nun besuchen wollen. Unser Weg führt uns am Tejo entlang.

In der Nähe der Brücke essen wir in einem Restaurant etwas zu Mittag. Der Lärm von der Brücke ist kaum auszuhalten.

Abends machen wir noch einen Großeinkauf beim Supermarkt, der am nächsten Tag zum Boot geliefert wird.

Cascais hat eine quirlige Altstadt mit vielen Restaurants und vielen Touristen. Zurzeit gibt es eine Unterhaltung der besonderen Art. Es wird Werbung für das portugisische Militär gemacht. Alle Waffengattungen sind vertreten. Über der Bucht werden z. B. Hubschraubereinsätze gezeigt.

Eine Militärbigband macht gute Musik. Aber es für mich gewöhnungsbedürftig, wenn die Sänger in Uniform swingen.

Wir verbringen einen netten Abend mit der Crew der YOKO an Bord.

Am nächsten Morgen wollten wir das Schlauchboot reinigen und wegpacken - und dann der Schock: Ein großer Teil des Bodens hat sich abgelöst!!!

Dieses Schlauchboot ist hin und nicht mehr zu retten! Es ist mir ein Rätsel, wieso wir nicht zusammen mit dem Außenborder untergegangen sind!

Wir versuchen bei einem Anbieter im Hafen ein Angebot für ein neues Zodiak Boot zu bekommen. Aber das Modell, das wir gerne haben möchten, ist nicht am Lager und auch nicht kurzfristig zu beschaffen. Klaus will unbedingt weiter. Für Notfälle haben wir ein zweites Schlauchboot an Bord.

Der Wind passt leider immer noch nicht für Madeira, aber wir können ebenso gut noch ein Stück die Küste Richtung Süden fahren ...

07.10.2018 ANKERPLATZ SESIMBRA

Wir können im Hafen erst spät auschecken, so dass wir gegen Mittag ablegen und mit offenem Ziel die Küste entlang fahren.

Mir ist nicht nach Nachfahrt und so fahren wir nach Sesimbra. Leider ist der Hafen sehr eng und voll. Wir beschließen also neben der Hafeneinfahrt zu Ankern. Mit uns zusammen liegen noch weitere Yachten, auch die YOKO, die uns mit dem Schlauchboot besucht.

Stadt und die Landschaft sehen interessant aus. Leider hat sich ja unser Schlauchboot zerlegt ...

Wir bleiben als an Bord.

09.10.2018 LAGOS

Wir legen früh ab und können endlich mal wieder mit Vollzeug segeln. Der Windpilot muss arbeiten, was er klaglos macht. DIesmal geht es über Nacht. Wir sind zu schnell, denn wir wollen das Kap Vicente bei Tageslicht runden, um nicht in irgend einem Fischernetz zu enden. Also wird der Besan geborgen und die Genoa ein wenig eingerollt. So machen wir zum Teil "Stehübungen" bei 1- 2 Knoten Fahrt.

Sonnenaufgang am Cabo san Vicente.

Gegen 10:00 Uhr fahren wir auf der Höhe von Lagos. EIgentlich wollen wir nach Portimao. Wir schauen auf eine Skyline mit vielen Hochhäusern. Vielleicht doch besser nach Lagos?

Gegen Mittag fahren wir in die Flussmündung von Lagos.

Um uns herum wuselt es. Viele kleine Motorboote mit Touristen sind unterwegs. Wir machen am Besuchersteg der Marina fest und bekommen einen Liegeplatz zugewiesen. Bevor wir in den Hafen können, müssen wir noch über Funk um das Öffnen der Fußgängerbrücke bitten.

Lagos ist sehr touristisch mit einer schönen Küste.

Die Tage vergehen wie im Flug. Wir warten auf das Wetterfenster für unsere Überfahrt nach Madeira. Aber erst einmal kommt von dort der Hurrikan Leslie. Wir haben Glück, er trifft uns nur am Rand. Der Kern geht über die Häfen bei Lissabon. Gut das wir weiter gefahren sind.

Wir tauschen mit anderen Crews im Hafen Erfahrungen aus. Einige bleiben mit Ihren Booten über Winter hier, andere wollen wie wir weiter in den Süden.

Wir haben den Tag der Abfahrt festgelegt. Also noch mal schnell die Wäsche waschen...

Ich kaufe im Marina-Office eine Wasch- und eine Trockenmarke. Ein Teil der Wäsche soll an Bord trocknen - so der Plan. Aber es kommt anders. Die Waschmaschine schleudert nicht und ich muss die Wäsche auswringen und lege dann einen Teil der Wäsche in den Trockner. Den anderen Teil bringe ich zum Boot und Klaus und ich hängen gemeinsam die Reeling voll mit Wäsche. Und dann kommt Regen ... Wäsche wieder unter Deck - kein Regen - Wäsche wieder aufhängen ...

Ich gehe zum wiederholten Mal zum Wäscheraum. Der Trocker hat kein bischen getrocknet!! Also kommt auch diese Wäsche mit an die Reeling und wieder runter...

Gegen Abend erkennen wir, dass wir die Wäsche so nicht trocken bekommen. Also schnell noch zwei Trockenmarken gekauft und zurück in den Waschraum. Ich reihe mich in die Reihe derer ein, die auf trockene Wäsche warten und es gelingt. Ich kann nach 1,5 Stunden mit trockener Wäsche wieder an Bord gehen. Und da glauben einige der zu Hause gebliebenen Freunde, wir hätten jetzt so viel Zeit ...

Am 20.10. legen wir Richtung Madeira ab.